{"id":830,"date":"2015-05-17T10:10:24","date_gmt":"2015-05-17T08:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.matthias-hofmann.info\/?page_id=830"},"modified":"2015-05-17T10:29:48","modified_gmt":"2015-05-17T08:29:48","slug":"mf-2-vorboten-des-zorns","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.matthias-hofmann.info\/?page_id=830","title":{"rendered":"M&#038;F-2: Vorboten des Zorns"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><strong>1<\/strong><\/p>\n<p><strong>Irgendwo im Gravstream<\/strong><br \/>\n<strong>M\u00e4rz 2355 (ESZ)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbSo ein verfluchter Dreck!\u00ab, lie\u00df Commander Nathan Westergaard, Kommandant des Kurierschiffs <i>UEAV Avocet<\/i>, seinem Unmut freien Lauf. Und um seine schlechte Laune noch zus\u00e4tzlich zu unterstreichen, schlug er mit der geballten Faust so fest auf die Konsole, dass die holografischen Anzeigen f\u00fcr einen kurzen Augenblick flackerten.<br \/>\nSeit einer Stunde trieb das Schiff mittlerweile schon durch den Stream, nachdem der \u00dcbergang in den Normalraum durch das Delta-Sprungtor v\u00f6llig danebengegangen war, weil er einen zu steilen Eintrittswinkel in den Cassin-Vortex gew\u00e4hlt hatte. Dadurch war die <i>Avocet<\/i> mit dessen Ereignisrand kollidiert und f\u00f6rmlich in den Stream zur\u00fcckgeworfen worden.<br \/>\nZwar hatte die kinetische Barriere eine Zerst\u00f6rung des kleinen Schiffs verhindert, aber durch das gleichzeitige \u00dcbersteuern s\u00e4mtlicher Schildprojektoren war es zum zeitweiligen Totalausfall der Elektronik gekommen, wodurch die <i>Avocet<\/i> den Kontakt zu einem rettenden Leitstrahl verloren hatte. Mit dem Ergebnis, dass das Schiff nun man\u00f6vrierunf\u00e4hig im Stream gefangen war, denn ohne einen Leitstrahl w\u00fcrde es nie mehr aus dem Stream herausfinden k\u00f6nnen.<br \/>\nNoch w\u00e4hrend Westergaard sich f\u00fcr diesen dummen Fehler &#8211; der nicht einmal einem Anf\u00e4nger h\u00e4tten passieren d\u00fcrfen &#8211; innerlich selbst zur Rechenschaft zog, wurde er pl\u00f6tzlich aus seinen Gedanken gerissen.<br \/>\n\u00bbSysteme gehen wieder online, Sir.\u00ab<br \/>\n\u00bbWird auch Zeit, Lieutenant Dahri\u00ab, sagte Westergaard m\u00fcrrisch zu seinem Navigator und lenkte seine Aufmerksamkeit umgehend wieder auf die Holodisplays seiner Station. Sofort rief er die Kontrollen des Leitcomputers auf, aber schon ein fl\u00fcchtiger Blick gen\u00fcgte ihm, um zu erkennen, dass sie sich weiterhin im Nirgendwo befanden.<br \/>\n\u00bbWie sieht es aus, Commander?\u00ab, fragte unterdessen eine unerh\u00f6rt sanft und kontrolliert klingende Stimme, die zu einer attraktiven Frau geh\u00f6rte.<br \/>\nSarah Hancock, Senatorin des Erdkongresses und f\u00fcr das Werftressort mitverantwortlich, sah den Kommandanten mit ihren braunen Augen erwartungsvoll an. Sie behielt dabei ihre bequeme Sitzposition auf dem ledernen Sitz des Kopiloten bei \u2013 gerade so, als bereitete ihr die Situation noch keine \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Sorgen.<br \/>\nHancock war achtunddrei\u00dfig Jahre alt und hatte mittellange dunkelblonde Haare, die zu einer einfachen, aber eleganten, nach hinten gebundenen Frisur arrangiert waren. Ihr Gesicht war gut proportioniert, aber unscheinbar. Dies lag allerdings mehrheitlich daran, dass sie Make-up nur sparsam und \u00e4u\u00dferst dezent einsetzte. Ihre haselnussbraunen Augen hingegen funkelten voller Kraft und Durchsetzungswillen und signalisierten, dass man sie besser nicht untersch\u00e4tzen sollte.<br \/>\nIhr ganzes Auftreten entsprach den Erfordernissen ihres Amtes, und so bevorzugte sie einen konservativ-formellen Kleidungsstil. Heute trug sie einen gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen dunkelblauen Anzug, bestehend aus einer passenden taillierten Jacke und einem eng anliegenden Rock, der ihr bis zu den Knien reichte, wodurch ihre langen Beine besonders gut zur Geltung kamen.<br \/>\nSie war nicht unbedingt die sch\u00f6nste Frau, die Westergaard je getroffen hatte, aber anziehend genug, um dennoch zu versuchen, ihr n\u00e4herzukommen. Allerdings hatte sie sich seinen Avancen gegen\u00fcber v\u00f6llig unempfindlich gezeigt, was ihm aber wiederum keine \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Kopfschmerzen bereitete \u2013 man konnte eben nicht immer gewinnen.<br \/>\nWenn man der Yellow Press auf der Erde Glauben schenken wollte, pflegte die Senatorin einen sehr ausschweifenden und dem M\u00fc\u00dfiggang zugetanen Lebensstil \u2013 vollkommen auf Kosten ihres Vaters, des m\u00e4chtigen Magnaten Alfred Hancock. Doch Westergaard musste zugeben, dass in den vergangenen Monaten nichts darauf hingewiesen hatte und eher das genaue Gegenteil der Fall gewesen war, denn er hatte sie als sehr engagiert und aufgeschlossen erlebt.<br \/>\nSie war somit nicht die erste prominente Person, bei der bestimmte Medien anscheinend gerne die Wahrheit verdrehten, um eine spannendere Geschichte erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich war er von der Vorstellung nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig begeistert gewesen, sie zu den wichtigsten Flottenwerften der Erdstreitkr\u00e4fte zu fliegen. Doch mittlerweile hatte er eine deutlich bessere Meinung von ihr gewonnen, die vor allem auf in sich schl\u00fcssigen Erfahrungswerten beruhte.<br \/>\nLangsam lie\u00df er seinen Blick von den Anzeigen zu ihr wandern und formulierte mit rauer Stimme eine Antwort auf ihre Frage: \u00bbEs sieht nicht gut aus, Miss Hancock. Wir haben keinerlei Kontakt zu irgendeinem Leitstrahl.\u00ab<br \/>\n\u00bbWir sitzen also m\u00e4chtig in der Tinte, wie man so sch\u00f6n sagt\u00ab, erkl\u00e4rte sie scheinbar unpassend locker. \u00bbDenn ohne einen Leitstrahl finden wir kein Sprungtor und kommen so auch nie mehr aus dem Stream heraus.\u00ab<br \/>\n\u00bbGenauso ist es\u00ab, gab er ihr recht, w\u00e4hrend sie wieder aus dem Sichtfenster auf den Stream sah.<br \/>\nDas Schiff hatte sich inzwischen endlich stabilisiert, sodass man wieder hinausblicken konnte, ohne dass einem schlecht wurde. Dabei bot der Stream den gewohnten Anblick, mit den in lange und unregelm\u00e4\u00dfige Streifen gezogenen Sternen sowie den nebelartigen Formationen, die in ihren blaugrau schimmernden Farbschattierungen best\u00e4ndig ihr Aussehen ver\u00e4nderten.<br \/>\n\u00bbSir, da kommt ein Signal rein\u00ab, machte der Navigator auf sich aufmerksam.<br \/>\n\u00bbWas f\u00fcr eines, Lieutenant?\u00ab<br \/>\n\u00bbIch kann es nicht eindeutig identifizieren, aber es m\u00fcsste sich um das einer Torboje handeln\u00ab, antwortete Dahri und f\u00fcgte rasch hinzu: \u201eAllerdings sendet die Boje keinen Leitstrahl aus, nur das Positionssignal.\u00ab<br \/>\nWestergaard zog nachdenklich seine Stirn kraus, w\u00e4hrend er die Sensordaten begleitet von den erwartungsvollen Blicken von Dahri und Hancock auf seinem Terminal begutachtete. \u00bbDas darf einfach nicht sein\u00ab, sagte er dabei immer wieder leise zu sich selbst. Da die Br\u00fccke der <i>Avocet<\/i> jedoch winzig war, bekamen die beiden anderen Anwesenden dies automatisch mit &#8211; ebenso wie seinen immer besorgter werdenden Gesichtsausdruck.<br \/>\n\u00bbWas ist los, Commander?\u00ab, fragte Hancock. \u201eHaben wir etwa noch mehr Probleme?\u00ab Eine Portion geh\u00f6rigen Unglaubens schwang in ihrer Stimme mit, denn schlimmer als jetzt konnte es doch eigentlich gar nicht mehr werden.<br \/>\nAngesichts ihrer Frage konnte Westergaard seinen gequ\u00e4lten Gesichtsausdruck nicht l\u00e4nger verbergen, denn sie lag mit ihrer Vermutung genau richtig. Ihre Probleme hatten sich auf geradezu unglaubliche Weise weiter verst\u00e4rkt. \u00bbDanach sieht es aber leider aus, Ma&#8217;am\u00ab, begann er schlie\u00dflich nach einer l\u00e4ngeren Pause zu antworten. \u00bbMit der Boje scheint alles in Ordnung zu sein. Sie sendet anscheinend aus gutem Grund keinen Leitstrahl aus.\u00ab<br \/>\n\u00bbWie das?\u00ab, wollte die Senatorin mit erhobenen Augenbrauen wissen.<br \/>\nWestergaard atmete tief durch. \u00bbIch vermute, dass die Boje uns zu einem Sprungtor in ein System f\u00fchrt, das sich innerhalb des Hellespont-G\u00fcrtels befindet.\u00ab<br \/>\nKaum hatte er das ausgesprochen, vernahm er auch schon das \u00fcberraschte, scharfe Einatmen von Lieutenant Dahri, und auch Hancock vollf\u00fchrte sofort eine verstehende Geste.<br \/>\nAls Hellespont-G\u00fcrtel wurde die Neutrale Zone bezeichnet, die zwischen dem Vereinigten Erdsupremat, der Tengai-Konf\u00f6deration und dem Vorionischen Imperium durch den Vertrag von Beta Hydri eingerichtet worden war. Der Vertrag war 2290 ratifiziert worden und bestand damit seit sechzig Jahren, ohne dass es bisher zu irgendwelchen Misshelligkeiten gekommen w\u00e4re. Die Vertragspartner respektierten die Beschl\u00fcsse, allerdings zu dem Preis, dass zwischen ihnen so gut wie kein Kontakt bestand.<br \/>\n\u00bbVielleicht ist es besser, wenn wir weiterhin im Stream bleiben\u00ab, meinte Hancock vorsichtig.<br \/>\n\u00bbDas wird nichts bringen\u00ab, antwortete Westergaard umgehend. \u00bbDurch das Malheur beim Delta-Sprungtor sind wir wahrscheinlich tief in die Neutrale Zone hineinkatapultiert worden. Und wenn wir den Stream nicht bald verlassen, dann kommen wir irgendwo bei den Tengai oder den Vorionern wieder raus &#8211; falls \u00fcberhaupt.\u00ab<br \/>\nHancock blickte ihn ruhig an und schien \u00fcber das Gesagte nachzudenken, bis sie schlie\u00dflich zu einer Antwort ansetzte: \u00bbVerstehe. Aber wird dieses Tor \u00fcberhaupt noch funktionieren? Immerhin ist es nun schon seit mehreren Jahrzehnten inaktiv.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas ist wahr\u00ab, antwortete Westergaard mit einem kaum erkennbaren Nicken. \u00bbAber Sprungtore m\u00fcssen aus Gr\u00fcnden der Sicherheit immer auf Stand-by gehalten werden. Das gilt auch f\u00fcr die Tore in der Neutralen Zone \u2013 auch wenn man sie nicht direkt ansteuern kann. Doch da wir die Boje bereits geortet haben, k\u00f6nnen wir den Stream verlassen und so unsere genaue Position feststellen. Immer vorausgesetzt, die Quantium-50-Reaktoren des Sprungtors arbeiten noch.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas leuchtet mir ein, Commander\u00ab, stimmte sie ihm zu. \u00bbAber k\u00f6nnen wir nicht auch vom Stream aus feststellen, wo genau wir uns befinden?\u00ab<br \/>\nWestergaard machte eine verstehende Geste. \u00bbWenn die Navigationskontrollen voll funktionieren w\u00fcrden, k\u00f6nnten wir das sicher. Aber leider ist das nicht der Fall. Wir m\u00fcssen also erst in das System eintreten, damit wir herausfinden k\u00f6nnen, um welches System es sich genau handelt. Sobald wir diese Information haben, sehen wir weiter. Einverstanden?\u00ab<br \/>\n\u00bbIn Ordnung\u00ab, antwortete Hancock knapp. Was h\u00e4tte sie auch anderes sagen sollen.<br \/>\nWestergaard nahm ihre Antwort mit einem zufriedenen Nicken entgegen und wandte sich wieder dem Holodisplay seines Terminals zu. \u00bbAktivieren Sie die Boje, Lieutenant Dahri. Sehen wir zu, dass wir endlich aus dem Stream herauskommen.\u00ab<br \/>\n\u00bbAye, Sir\u00ab, antwortete der Navigator in dienstlichem Ton, und seine Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten Grinsen. Er war ganz offensichtlich ebenso froh wie sein Kommandant, den Stream endlich zu verlassen.<br \/>\nNachdem Dahri die n\u00f6tigen Befehle an seiner Konsole aktiviert hatte, sandte die <i>Avocet<\/i> ein Signal an die Boje, die es wiederum an das Tor weiterleitete. Kaum hatte das Signal das Tor erreicht, fuhr dieses umgehend seinen Quantium-50-Reaktor hoch, sodass es einen Hochenergie-Graviton-Impuls generieren konnte. Dieser Impuls wiederum wurde von dem Tor auf das freie All ausgerichtet, worauf sich schlussendlich der sogenannte Cassin-Vortex aufbaute.<br \/>\n\u00bb\u00dcbergang baut sich in T minus f\u00fcnf Sekunden auf. F\u00fcnf \u2026 vier \u2026 drei \u2026 zwei \u2026 eins. Vortex initialisiert sich\u00ab, kommentierte Dahri die Vorg\u00e4nge.<br \/>\nInmitten der blaugrauen nebelartigen Formationen gab es den erwartungsgem\u00e4\u00dfen kurzen, aber starken Lichtblitz, und es \u00f6ffnete sich ein \u00dcbergang, der best\u00e4ndig gr\u00f6\u00dfer wurde, sodass das Kurierschiff bequem hindurchpasste.<br \/>\nDieses Mal achtete Westergaard besonders auf den richtigen Eintrittswinkel und sorgte daf\u00fcr, dass die <i>Avocet<\/i> problemlos in den Vortex eintreten konnte. Das Schiff wurde von dem Strudel erfasst und innerhalb k\u00fcrzester Zeit in den Normalraum \u00fcberf\u00fchrt. Die <i>Avocet<\/i> passierte das Sprungtor, und die Sterne fielen augenblicklich in ihre normale punktf\u00f6rmige Erscheinung zur\u00fcck. Sie befanden sich nun an der \u00e4u\u00dferen Grenze irgendeines unbekannten Sonnensystems.<br \/>\n\u00bbStatus?\u00ab, forderte Westergaard, der seine Anspannung nur noch schwer unterdr\u00fccken konnte, mit energischer Stimme. Trotz der Tatsache, dass das Tor, das sie passiert hatten, von Menschen erbaut worden war, rechnete er jederzeit mit dem Auftauchen der Tengai oder gar der Vorioner. Bei diesem Gedanken war ihm nicht wohl zumute, aber deren Anwesenheit h\u00e4tte nat\u00fcrlich einen klaren Versto\u00df gegen den Beta-Hydri-Vertrag bedeutet. Eine Erkenntnis, die im Fall des Falles aber auch keine echte Hilfe gewesen w\u00e4re.<br \/>\nImmer wieder rief er sich ins Ged\u00e4chtnis, dass beide au\u00dferirdischen V\u00f6lker eine streng isolationistische Einstellung pflegten, getreu dem Grundsatz: Je gr\u00f6\u00dfer der Abstand zwischen ihnen und einer anderen Spezies war, umso besser.<br \/>\nVon daher war es unwahrscheinlich, dass man auf Vertreter dieser beiden V\u00f6lker traf. Dagegen war die Gefahr, auf Piraten, Schmuggler, Sklavenj\u00e4ger oder gar Outlaw-Kolonisten zu treffen &#8211; die \u00fcber die Anwesenheit eines Schiffs der Erdstreitkr\u00e4fte sicher wenig erfreut sein w\u00fcrden -, absolut real.<br \/>\n\u00bbAlle Systeme im gr\u00fcnen Bereich, Sir\u00ab, kam Dahri in der Zwischenzeit seiner Anfrage nach. \u00bbDer \u00dcbergang ist einwandfrei verlaufen.\u00ab<br \/>\n\u00bbGut\u00ab, erwiderte der Commander und gab schnell den n\u00e4chsten Befehl: \u00bbStarten Sie eine Klasse-5-Sonde. Ich will endlich wissen, wo wir uns befinden.\u00ab<br \/>\n\u00bbAye\u00ab, sagte Dahri knapp und startete sofort die gew\u00fcnschte Sonde, die sich umgehend auf den Weg in das innere System machte.<br \/>\nIn der Ferne leuchtete das schwache Licht eines roten Zwergsterns der M-Kategorie. Das grenzte die zur Wahl stehenden Sterne schon ein wenig ein. Allerdings nur minimal, denn dieser Typ war tats\u00e4chlich die am h\u00e4ufigsten vorkommende Sternenklasse.<br \/>\nDie Sonde arbeitete sich mit rasendem Tempo in das System vor, da sie im Gegensatz zu bemannten Raumschiffen nicht den Beschr\u00e4nkungen durch Tr\u00e4gheitsd\u00e4mpfer unterlag. Nach und nach kamen die ersten Daten bei der <i>Avocet<\/i> an, und schon bald wussten sie, dass das System \u00fcber acht Planeten verf\u00fcgte, die sich alle in n\u00e4chster Entfernung zu ihrem jeweiligen Stern aufhielten, von denen immerhin zwei Gesteinswelten waren. Knapp drei\u00dfig Monde z\u00e4hlte Westergaard, und einige machten durchaus einen kolonisierbaren Eindruck. Doch das waren Informationen, die Westergaard gegenw\u00e4rtig nicht weiter interessierten. \u00bbHaben wir was?\u00ab, wollte er stattdessen wissen.<br \/>\n\u00bbNoch nicht, Sir\u00ab, antwortete Dahri etwas ratlos.<br \/>\n\u00bbSuchen Sie auch in den historischen Datenbanken. Wenn sich das System wirklich im Hellespont-G\u00fcrtel befindet, dann wurde das Tor noch vor dem Jahr 2290 im vergangenen Jahrhundert errichtet.\u00ab<br \/>\n\u00bbVerstanden\u00ab, erwiderte Dahri und verdrehte \u00fcber sich selbst ver\u00e4rgert die Augen. Er gab sofort die neuen erweiterten Suchperimeter ein. Es vergingen mehrere Augenblicke, bis er die Datenbanken des Schiffs mit den Sensordaten abgeglichen hatte, woraufhin er endlich mit einer Erfolgsmeldung aufwarten konnte. \u00bbSystem wird als CP-60-7528 identifiziert, Sir.\u00ab<br \/>\nWestergaard rief daraufhin sofort die Daten \u00fcber das System auf seinem Terminal auf, und seine Miene erhellte sich zusehends. CP-60-7528 war zwar v\u00f6llig unbedeutend, weswegen es auch keinen richtigen Namen hatte, aber es stellte sich heraus, dass es sich doch recht nahe an den Grenzen des Erdsupremats befand.<br \/>\n\u00bbIst das eine gute Nachricht?\u00ab, wollte die Senatorin indes vorsichtig wissen.<br \/>\nWestergaard wendete sich ihr zu. \u00bbDas kann man so sagen, Ma&#8217;am. Wir sind nicht ganz so weit abgetrieben wie bef\u00fcrchtet. Die n\u00e4chste Erdkolonie befindet sich nur etwas mehr als neun Lichtjahre von unserer gegenw\u00e4rtigen Position entfernt.\u00ab<br \/>\n\u00bbWelche Kolonie?\u00ab<br \/>\n\u00bbDie Gamma-Kolonie im System Gamma Pavonis\u00ab, antwortete er mit dem Anflug eines L\u00e4chelns. Seine Anspannung verabschiedete sich nun endlich, nachdem sich die Situation als nicht ganz so ausweglos herausgestellt hatte, wie er zu Beginn bef\u00fcrchtet hatte.<br \/>\n\u00bbDann sieht es also gut aus\u00ab, meinte Hancock wie zur Best\u00e4tigung ihrer eigenen Abgekl\u00e4rtheit, die sie die ganze Zeit \u00fcber zur Schau gestellt hatte.<br \/>\nWestergaard lie\u00df sich von der \u00dcberheblichkeit der Senatorin aber nicht aus der Ruhe bringen. Dazu hatte sich seine Laune mittlerweile viel zu sehr gebessert. \u00bbDem pflichte ich zu und \u2026\u00ab<br \/>\nPl\u00f6tzlich wurde er durch laute, hektisch ausgesprochene Worte von Dahri unterbrochen. \u00bbKontakte, Sir! Unz\u00e4hlige Kontakte!\u00ab<br \/>\n\u00bbBeruhigen Sie sich!\u00ab, forderte Westergaard ungehalten und machte sich daran, die neuen Sensordaten selbst in Augenschein zu nehmen. Bei seinem ersten Blick auf den Ortungsschirm war nur ein einzelnes rot eingef\u00e4rbtes Icon zu sehen, aber bald darauf wurden es immer mehr. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit erschien ein Icon nach dem anderen auf dem Schirm, sodass sie schon bald zu Hunderten sein Sichtfeld ausf\u00fcllten.<br \/>\n<i>So ein verfluchter Dreck! <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ende von Kapitel eins.<br \/>\nAlle Rechte vorbehalten!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Irgendwo im Gravstream M\u00e4rz 2355 (ESZ) \u00bbSo ein verfluchter Dreck!\u00ab, lie\u00df Commander Nathan Westergaard, Kommandant des Kurierschiffs UEAV Avocet, seinem Unmut freien Lauf. 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